„Herzensretter Brandenburg“

33 weiterführende Schulen starten Unterricht in Wiederbelebung

Im Rahmen der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“ wurde am Vormittag in Brandenburg an der Havel die Kooperationsvereinbarung „Du kannst Leben retten!“ zwischen Bildungsministerium, Landesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe Brandenburg und Pépinière-Stiftung unterzeichnet. Künftig soll im Unterricht ab Klasse 7 die Wiederbelebung regelmäßig   trainiert und die Wiederbelebungskompetenz von Schülerinnen und Schülern gestärkt werden, um mehr Leben zu retten.

Im Zuge des Projektstarts, reanimierten 200 Schülerinnen und Schüler sowie die Bildungsministerin, die Landesarbeitsgemeinschaft Berlin Brandenburg und die Pépinière-Stiftung gemeinsam gleichzeitig auf dem Neustädtischen Markt. Der Schulsanitätsdienst des Deutschen Roten Kreuzes, welcher bereits seit 2 Jahren am von-Saldern-Gymnasium aktiv ist, unterstützte die Herzensretter und gab wertvolle Tipps.

Bildungsministerin Britta Ernst: „Ein Herzstillstand kann Jeden treffen, jederzeit und an jedem Ort. Mehr Menschen – und eben auch Jugendliche – müssen befähigt und ermutigt werden, im Notfall Erste Hilfe zu leisten. Wir wollen Kinder und Jugendliche fit machen für den Alltag und stark fürs Leben, dazu gehören Hilfsbereitschaft und Wissen. Deshalb ist schulische Gesundheitsförderung fester Bestandteil des Rahmenlehrplans für die Klassen 1 bis 10 und damit Auftrag für jede Schule.“

Hubertus C. Diemer, (DRK), Landesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe Berlin Brandenburg: „Die Hilfsorganisationen in Brandenburg begrüßen die Aktion des Bildungsministeriums, Wiederbelebung als Unterrichtsfach aufzunehmen. „Es ist wie mit dem Fahrradfahren: Je früher man anfängt, desto einfacher lernt man es und baut Ängste ab. Deswegen: Früh übt sich, wer ein Herzensretter werden will.

Erwachsene haben häufig Angst, etwas falsch zu machen und handeln deswegen nicht. Kinder sind freier von solchen Gedanken und wenn sie die Schritte der Wiederbelebung verinnerlicht haben, werden diese auch später immer abrufbar sein. Mit der Wiederbelebung als Unterrichtsfach werden die Handgriffe selbstverständlich und Schülerinnen und Schüler im Ernstfall zum Handeln ermutigt.“

Jährlich kommen deutschlandweit 50.000 Menschen ums Leben, weil Ihnen bei einem Herzstillstand nicht rechtzeitig geholfen werden kann. Vor diesem Hintergrund werden Schülerinnen und Schüler lernen, wie die Reanimation richtig durchgeführt wird und Hemmschwellen zu überwinden, so dass die Reanimation zu einer Routine wird.

In diesem Schuljahrstarten in der Pilotphase die ersten 33 Brandenburger Schulen mit dem Wiederbelebungs-Unterricht. Die regional organisierte Fortbildung der Lehrkräfte beginnt Ende Oktober 2019, der Unterricht für die Siebtklässler im Februar 2020.